Informationen zum Studium an der Universität Stellenbosch,Südafrika / leben in südafrika
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Leben in Südafrika / Stellenbosch

Die folgenden Seiten enthalten nur einige ausgewählte Informationen zum Leben in Südafrika bzw. Stellenbosch, die mir wichtig erscheinen. Die Seite zu Unterkünften in Stellenbosch ist speziell für zukünftige Studenten an der Universität Stellenbosch gedacht - die anderen Seiten enthalten auch nützliche Informationen für Touristen, die Stellenbosch auf ihrer Reiseroute haben.
Für detaillierte Informationen zum Reisen, Geschichte und Sehenswürdigkeiten in Südafrika sollte man besser einen oder mehrere der unzählig vorhandenen Reiseführer lesen. Ebenso gibt es tausende von Webseiten die sich mit Südafrika befassen. Ich bin noch auf der Suche nach den besten Reiseführern und Webseiten - die Namen und URLs werden aber dann an dieser Stelle veröffentlicht. Auf jeden Fall wird man tausende Tipps und Ratschläge was man tun soll/muss und was nicht, bekommen.
Ich versuche einige Hinweise zu geben, die mir persönlich am Wichtigsten erscheinen. Wer irgendwelche Fragen zum Reisen und Leben in Südafrika hat, kann diese gerne ins Forum posten oder mir eine Mail schreiben.

Die dargestellten Themen sind:

  • Autofahren in Südafrika
  • Öffentliche Verkehrsmittel
  • Geld
  • Telekommunikation
  • Straßenkinder

zum seitenanfangAutofahren in Südafrika

Zum Autofahren benötigt man einen internationalen Führerschein. Diesen kann man kurzfristig (wird sofort ausgestellt) beim zuständigen Amt beantragen - es ist allerdings erforderlich, dass man schon den neuen Kartenführerschein besitzt bzw. falls nicht diesen dann auch mit beantragt. Die Südafrikaner fahren auf der "falschen" Seite - nämlich links! Es braucht einige Zeit, bis man sich an den Stadtverkehr und besonders an Kreisverkehre gewöhnt - Landstrassen und Autobahnen machen keine Probleme, weil da geht es ja nur geradeaus :))) Einige Hinweise zu den wichtigsten Verkehrsregeln:

  • "Four way stop": sehr verbreitet sind Kreuzungen, wo jeder ein Stoppschild hat. Vorfahrt hat der, der zuerst an die Kreuzung gekommen ist, danach der zweite usw. Dieses System funktioniert überraschend gut und jeder hält sich an die Reihenfolge. In Deutschland würde so etwas nie funktionieren. Nachts wird diese Verkehrsregel etwas aufgeweicht und man muss dann nicht mehr stoppen, sondern tastet sich in die Kreuzung und fährt (hängt mit der Gefahr zusammen, dass man in manchen Gegenden beim Stehen gehi-jacked werden könnte).
  • "Robots": Die Ampeln in Südafrika heißen Robots. Bemerkenswert ist, dass es immer zwei Ampeln gibt, eine wie in Deutschland und die andere auf der gegenüberliegenden Seite der Kreuzung. Wie beim "Four way stop" gilt, dass man nachts, wenn man sich unsicher fühlt auch bei Rot fahren darf, um nicht anhalten zu müssen (selbstverständlich nur, wenn frei ist :) )
  • Fußgänger: das sind auf jeden Fall die schwächsten Verkehrsteilnehmer und Autos haben immer Vorfahrt, selbst wenn die Fußgängerampel grün zeigt oder man einen Zebrastreifen nutzen will.
  • Überholen: aus Höflichkeit weichen die langsamen Verkehrsteilnehmer auf den Seitenstreifen aus, damit die Schnelleren überholen können. Bedankt wird mit der Warnblinkanlage. Man sollte da aber sehr vorsichtig sein, weil oft Fussgänger den Seitenstreifen nutzen oder Fahrzeuge abgestellt sind. Besonders nachts sieht man die abgestellten Fahrzeuge und Fußgänger nicht und es kommt dadurch öfters zu schweren Unfällen.

Wie in vielen anderen Ländern ist es auch in Südafrika eine Straftat, betrunken Auto zu fahren. Viele Südafrikaner fahren aber trotzdem total besoffen, weil sie sagen, dass es sicherer ist betrunken Auto zu fahren als zu laufen. Mein Limit in Südafrika ist eine Weinprobe oder 2 Castle Lager :)

Auto

In Stellenbosch und generell in Südafrika braucht man ein Auto um das Land zu erkunden.
Für ein Wochenende oder eine Kurztrip kann man sich ein Auto von den bekannten Verleihfirmen wie AVIS, Europcar oder Hertz mieten. Alle haben Büros in Stellenbosch. Allerdings würde ich empfehlen, dass man den Mietwagen über ein Reisebüro in Deutschland bucht. Vorteil: der Gerichtsstand ist in Deutschland und man hat oft eine bessere Versicherung und unbegrenzte Kilometerzahl.
Speziell für Studenten gibt es eine Firma in Kapstadt, die mit "Rent a Benz" wirbt. Man kann sich für eine Mindestdauer (ich glaube 3 Monate) einen alten Mercedes mieten für monatlich zwischen 2000 und 2500 Rand.
Ich denke aber, dass die beste Alternative ist, sich einen Gebrauchtwagen zu kaufen und vor der Abreise wieder zu verkaufen. Gebrauchtwagen haben einen relativ hohen Wert in Südafrika und mit ein bisschen Glück kann man den Wagen für den Kaufpreis wieder verkaufen. Autoanzeigen findet man am Besten in der Zeitung "Cape Ads" die jeden Freitag erscheint. Dort sind die Autos nach verschiedenen Preiskategorien geordnet. Wir (meine Freundin und ich) haben uns einen zuverlässigen weißen VW Citigolf gekauft - Bilder gibt es in der Bildergalerie. Wer sich nicht mit Autos auskennt, sollte allerdings sehr vorsichtig sein bzw. vor dem Kauf eine Werkstatt zur Beratung heranziehen. In Stellenbosch gibt es einen deutschsprachigen Mechaniker und wer Interesse an seiner Telefonnummer hat schreibt mit bitte eine Mail).
Angesichts der hohen Rate von Autodiebstählen und Car-hi-jacking sollte man sich um angemessene Sicherheitsvorkehrungen bemühen. Unser Auto hat eine elektronische Wegfahrsperre (Immobiliser), ein Anti-hi-jack System, ein Schloss an der Gangschaltung (Gear Lock) und eine Lenkradkralle :) Außerdem muss man das Auto registrieren lassen und einen Südafrika TÜV (Roadworthy Test) machen lassen. Beides geht im Traffic Department in Stellenbosch.

Versicherung

Das schwierigste war eine passende Versicherung zu bekommen. Einige versichern keine internationalen Studenten, andere verlangen, dass man ein Konto in Südafrika hat und noch andere haben sehr hohe Einstiegsgebühren. Schließlich habe ich mich für Outsurance entschieden - eine Vollkaskoversicherung für 235 Rand im Monat. Outsurance ist eine Telefonversicherung, d.h. hat überhaupt keine Filialen. Man gibt einfach seine Daten durch und wenn man den Hörer auflegt ist man versichert (so einfach ist das gar nicht, denn man versteht den Menschen unter Umständen schlecht - bei mir hat es ca. 15 min gedauert). Bei Outsurance kann man auch online seine Versicherungsdetails einsehen. Jedoch verlangt Outsurance einen adäquaten Diebstahlschutz (level4 immobiliser und anti-hi-jack device). Falls das nocht fehlt, kann man es für ca. 1500 Rand in der Werkstatt einbauen lassen.

selbsternannte Parkwächter

An öffentlichen Parkplätzen findet man immer selbsternannte Parkwächter. Diese helfen einem beim Ein- und Ausparken, bewachen das Auto und bedienen die Parkuhr. Ob diese Wächter jetzt wirklich das Geld, das man ihnen gibt in die Parkuhr werfen bzw. elektronisches Geld von ihrer Parkuhrenkarte abbuchen, weiß man nicht. Auf jeden Fall fühlt man sich etwas sicherer, dass dem Auto nichts passiert und es ist ein kleiner Beitrag, die arme Bevölkerung zu unterstützen. Üblich ist ein Trink(Park-)geld von 2 bis 5 Rand. In Kapstadt gibt es neuerdings offizielle Parkwächter und da kostet es dann 7 Rand pro Stunde rund um die Long Street.

zum seitenanfang(Öffentliche) Verkehrsmittel

Kurz gesagt: öffentliche Verkehrsmittel meiden!!! Taxis sind oft sehr teuer, eine Fahrt mit einem sog. "Minibus" kann die letzte sein weil diese Fahrer für ihren Kamikaze Stil berühmt sind. Zug fahren ist gefährlich, besonders nachts. Wenn man es nicht vermeiden kann, soll man zumindest erste Klasse fahren.

zum seitenanfangGeld

1.) Kein Bargeld in Deutschland wechseln, die Kurse sind da viel zu schlecht und
2.) Reiseschecks braucht man auch nicht, weil da die Banken hier in Südafrika sehr hohe Gebühren verlangen. Eine Kreditkarte (VISA oder Mastercard) und EC-Karte (mit Maestro Zeichen) sind ausreichend.
Kleiner Tipp: bei der Postbank ein Sparkonto eröffnen: damit kann man 3 Mal im Jahr kostenlos im Ausland Geld abheben.
Geldautomaten (ATMs) findet man überall (auf Maestro Zeichen achten) aber man sollte dort vorsichtig sein (siehe Sicherheitsanweisungen bei Orientation).
Bezahlen kann und sollte man auch überall mit Kreditkarte - in Restaurants, Supermärkten und in Läden. Nur bei Tankstellen wird oft Barzahlung verlangt. Auf jeden Fall sollte man sorgfältig überprüfen was man unterschreibt und seine Kreditkarte immer im Auge behalten wenn man sie dem Kellner oder der Verkäuferin übergeben hat. Die Belege sollte man immer gut aufheben und zu Hause in Deutschland mit seinen Kreditkartenrechnungen vergleichen. Manchmal (meinen Eltern im Longstreet Cafe in Kapstadt oder bei mir mit Hertz Autovermietung passiert) wird der Geldbetrag zweimal abgebucht. Die Kreditkartenfirma kümmert sich dann aber darum. Hilfreich für einen längeren Aufenthalt ist, wenn man die Kreditkartenabrechnungen online einsehen kann wie z.B. bei der VISA Card der Citibank. Zusätzlich soll man alle Sicherheitsanweisungen seiner Bank oder Kreditkartenfirma befolgen.

zum seitenanfangTelekommunikation

Am billigsten ist die Nutzung von öffentlichen Telefonzellen. Telefonkarten sind in Telkom (südafrikanische Telekom) Läden erhältlich. Außerdem ist das Telefonieren mit Handys (cellphones) relativ günstig - jedoch nicht für internationale Gespräche.
Es ist möglich dass man sein Handy aus Deutschland mitbringt und in Südafrika eine Pre-paid Karte kauft (gibt es manchmal im Angebot für 1 bis 2 Euro). Man sollte aber darauf achten, dass das Handy keinen SIM Lock hat; falls doch ist das auch nicht so schlimm, weil die Cellphone Shops in Südafrika diesen für 100 Rand (13 €) entfernen. Mobilfunkverträge werden mit Ausländern nicht abgeschlossen. Es gibt drei große Netzanbieter: MTN, Vodacom und Cell-C. Ich habe Pre-Paid mit Vodacom telefoniert und war sehr zufrieden. Außerdem hat man bei Vodacom 20 Frei SMS pro Monat, die man über das Internet verschicken kann. Des weiteren sollte man gut auf sein Cellphone aufpassen, weil das bevorzugte Beute von Dieben ist.

zum seitenanfangStraßenkinder

Trotz Ende der Apartheid und den ersten demokratischen Wahlen 1994 gibt es immer noch eine unvorstellbare soziale Ungerechtigkeit und Ungleichverteilung des Einkommens. Wer sich für dieses Thema interessiert sollte unbedingt "A history of INEQUALITY in South Africa" von Sampie Terreblanche lesen. Ein Drittel der Bevölkerung (4 Millionen Weiße und 11 Millionen Nicht-Weiße) leben auf europäischen Standard. Ein weiteres Drittel (500000 Weiße und der 14,5 Millionen Nicht-Weiße) sind ziemlich arm, haben aber einen mehr oder weniger festen Arbeitsplatz um ihre Familie zu ernähren. Das letzte Drittel (hauptsächlich Schwarze) sind unvorstellbar arm und hausen in ärmlichsten Verhältnissen. 42% der arbeitsfähigen Bevölkerung sind arbeitslos. Demnach ist es auch kaum verwunderlich, dass einem überall Bettler und besonders Straßenkinder begegnen die nach Geld betteln. Ausnahme ist der Campus von Stellenbosch: der wird wohl aus Marketing Gründen "sauber gehalten". Natürlich bleibt es jedem selbst überlassen wie er mit dieser Situation umgeht und die Straßenkinder behandelt. Auf jeden Fall sollte man ihnen kein Geld geben (man weiß nicht wer die Kinder zwingt nach Geld zu betteln). Besser ist da ihnen etwas zu Essen zu geben, Obdachlosenzeitschriften oder Zeitungen abzukaufen.

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